Magazin - Alberto Hernández

TECHNIK UND NATUR VERBINDEN SICH, UM KUNST ZU ERSCHAFFEN

Alberto Hernández ist ein Künstler, der die Keramik innerhalb der Kunst revolutioniert hat. Seine Unermüdlichkeit, die Möglichkeiten von schwer zu handhabenden Materialien zu erforschen, hat ihn zu innovativen Ergebnissen geführt, die im künstlerischen Panorama wirklich neu sind. Mit mehr als 40 Jahren Hingabe ist er heute ein solider Künstler, der es versteht, seine persönlichen Techniken so zu handhaben, dass Bilder voller Ausdruckskraft und Symbolik entstehen, die immer noch einzigartig in der Keramikwelt sind. 

Hernández begann schon in sehr jungen Jahren im Atelier seiner Mutter, einer Malerin und Keramikerin, zu arbeiten, begab sich aber bald auf seinen eigenen Weg des Experimentierens. Er wurde außerdem bei japanischen KeramikerInnen ausgebildet. Die Person, die ihn am meisten beeinflusst hat, war der Künstler Saturo Hoshino, der in den späten 1990er Jahren mit Metallstrukturen in Ton arbeitete. Das öffnete eine Tür zu seiner zukünftigen Arbeit, die von diesem Moment an und in Ermangelung von Modellen auf Experimenten beruhen musste. Mit alten Bettgestellen, die ihm eine metallische Struktur boten, begann er, große Bilder in einem Stück zu realisieren, was technisch neu war. Natürlich ist in der Keramik die Größe der Werke immer durch die Größe des Ofens, in dem sie gebrannt werden sollen, bedingt, so dass der Künstler keine andere Wahl hatte, als den traditionellen Weg umzukehren und Öfen zu bauen, die der Größe der Gemälde entsprechen.

Der erste Schritt war getan, um großformatige Arbeiten für die Keramik zu erhalten. Der nächste Schritt wäre, sicherzustellen, dass sich die Platten nicht verformen, so dass sie sich als Malunterlage eigneten. Dies veranlasste ihn, in Hunderten von Versuchen zu experimentieren, bis er Platten erhielt, die dem thermischen Schock standhielten, der sie in wenigen Minuten von 1000 °C auf 0 °C brachte. Und das alles, weil der Künstler es sich in den Kopf gesetzt hatte, mit einer Technik zu arbeiten, die Unmittelbarkeit haben konnte, um mit den Vorzügen eines Malers zu agieren. In der Keramik sind die Prozesse sehr langsam und die Zeit von der Modellierung einer Schale mit weichem Ton, bis zu dem Zeitpunkt, an dem man Tee in dieser Schale trinken kann, scheint unendlich zu sein. Also machte er sich wiederum durch den japanischen Einfluss daran, eine Technik aus dem 16. Jahrhundert zu adaptieren, die eng mit der Teezeremonie verwandt ist. "Raku" bestand darin, dass die Gäste ihre Schale modellierten und bemalten. Anschließend wurde diese in einen Brennofen gelegt, der eine hohe Temperatur erreichte, bis das Objekt glühte. In diesem Moment wurde es herausgenommen und in Wasser getaucht, wodurch es abkühlte und gleichzeitig eine gewisse Verformung und eine typische Rissbildung der Farben erlitt, die durch den Temperaturschock beim schnellen Abkühlen verursacht wurde. Auf diese Weise konnten sie den Tee kurz nach der Anfertigung der Schale trinken und überwanden damit die Zeit, die bis dahin für jede andere Technik notwendig war. Diese Verformung, die in der japanischen Kultur so bedeutsam ist, ist Teil der Zerbrechlichkeit des Objekts und erhält dadurch für die Japaner eine symbolische Schönheit. 

Alberto Hernandez nimmt die "Raku"-Technik als Grundlage für Experimente, um die Zeiten zu verkürzen, aber als westlicher Künstler und mit dem Wunsch, Gemälde zu erschaffen, beschloss er, die Probleme der natürlichen Verformung zu überwinden und er hat sein Ziel erreicht. Außerdem schaltet er einen Zwischenschritt ein: Er wird in dem Moment in das Gemälde eingreifen, in dem die Platte glüht, also bei etwa 1.000° C. Dort stellt er sich den Flammen, um die Wirkung des direkten Feuers und des Rauchs auszunutzen, bevor er das Gemälde in Wasser taucht, um es abzukühlen. Mit dieser gewagten Entscheidung begann für Hernandez ein Weg, der ihn bis in die Gegenwart geführt hat: Er kreiert seine eigenen Materialien, seinen eigenen Ton und Farben. Er hat nach und nach alle Herausforderungen gemeistert, wie z.B. Farben, die sich ausdehnen oder radikale Farbveränderungen durch sehr geringe Temperaturschwankungen, alles auf der Suche nach einem einzigartigen Ergebnis: Oberflächen, die keiner Öl- oder Acrylfarbe ähneln, aber auch nicht der Keramik. Es handelt sich um matte Oberflächen, mit großer Absorptions- und Reflexionskraft des natürlichen Lichts, die es schaffen, uns zu jeder Stunde des Tages ein anderes Werk zu präsentieren, je nach Licht, das sie empfangen und ausstrahlen.

Die Themen in Hernández' Gemälden sind eng mit der technischen Entwicklung verbunden und lassen sich kaum von ihr trennen. Es stimmt, dass der Künstler in seinen Werken Symbolismen verwendet, durch Elemente, die immer wieder in verschiedenen Aspekten wiederholt werden, mit manchmal indirekten Botschaften, die aber im persönlichen Vokabular des Künstlers wichtig sind. Um nur einige zu nennen: die Spirale, die ein Zeichen ist, das mit dem Leben und der Evolution assoziiert wird, die Zahl drei, die die magische Zahl des Künstlers ist. Auch die erfundenen Schriften, eine Reihe seiner eigenen Hieroglyphen, mit denen er auf die Schwierigkeiten der Kommunikation anspielt. Die Kreuze, die keine religiöse Bedeutung haben, sondern eher Markierungen auf dem Territorium sind, Bekräftigungen der Position, in der man sich befindet. Die Symbole und die Kombinationen zwischen ihnen sind endlos. Das Ergebnis ist ein Werk, das den Betrachter in jedem seiner Formate berührt, aufgrund dieses mit der Natur assoziierten Teils, der sich auf die Elemente Feuer, Wasser, Erde und natürliche Oxide stützt. Sein anthropologischer Sinn definiert die Anliegen dieses besonderen Künstlers, der uns zeigt, wie Kunst Teil unserer Identität, aber auch unserer Natur sein kann.

Carmen González-Borràs

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