Magazin- Mauro Fariñas

DIE NACHT ALS BÜHNE

Wir beginnen das Jahr 2021 mit einer großartigen Ausstellung des Künstlers Mauro Fariñas als Künstler des Monats Januar, ein intimer und sehr origineller Fotograf wie nur wenige andere, geboren in Madrid und ausgebildet in Cuenca und Helsinki. Hier hatte er die Möglichkeit, als Assistent der renommierten Fotografin Aino Kannisto zu arbeiten, von der er das Handwerk erlernte.


Fariñas ist ein Fotograf, der seine Arbeiten als Gemälde konzipiert. Er zeichnet seine Ideen meist als Skizzen vor und plant die Inszenierung sehr sorgfältig. Er konzipiert die Arbeiten in differenzierten Serien, die sich dem Betrachter als Variationen über dasselbe Thema präsentieren. In der aktuellen Ausstellung Nachtleben präsentiert er die Serie All Tonight's Woes und konzentriert sich dabei auf drei wesentliche Pfeiler: Protagonist, Farbe und Licht.  

Die Menschen, die individuell dargestellt werden, fügen sich in die Szene ein und sind ein wesentliches Element der Erzählung, obwohl sie nichts zu tun scheinen. In einer statischen Position, als ob sie in einem Moment der Handlung eingefroren wären, schaffen sie es, die Bedeutung der Erzählung zu akzentuieren und überlassen es dem Betrachter, die Geschichte zu vervollständigen. Die Kolorierung, die in jeder seiner Serien sehr aufwändig ist, ist in dieser besonders signifikant. Die Palette der lebendigen Töne, vor allem Blau-, Rot- und Grüntöne, ganz zu schweigen vom Schwarz der Schatten, verleiht den Szenen eine ungewöhnliche Lebendigkeit. Jede Farbe wird im richtigen Maß und auf eine gewagte Art und Weise präsentiert, was jedes Foto einzigartig macht. Die Beleuchtung ist das dritte Element, das dazu beiträgt, die Atmosphäre der Werke zu schaffen. Mit sorgfältig platzierten farbigen Lichtern gelingt es dem Künstler, uns mit wenigen technischen Mitteln und viel Phantasie eine andere Realität aufzuzeigen.

Die Inszenierung ist eine Kombination aus all diesen Elementen. Jede Hintergrundtapete, jedes Objekt, ist mit Präzision ausgewählt. Alles ist in eine kinematografische Sprache getaucht, in der die Nacht eine Hauptrolle einnimmt, da ihre Dunkelheit die Dramatik der Handlungen betont und das Licht den Kontrast zwischen den Farben hervorhebt. Inspiriert vom spanischen Barock, aber perfekt an die neue fotografische Sprache angepasst, ist Fariñas' Arbeit sowohl klassisch als auch innovativ. Wir dürfen nicht vergessen, wie der Künstler den Inhalt erzählt. Offensichtlich sehen wir nur Alltagsszenen mit normalen Menschen in der Hauptrolle. Aber der Künstler führt den Betrachter auf subtile Weise ein, denn er integriert ihn in die Szenen und macht seine Rolle zu einem wesentlichen Bestandteil. Die erzählten Geschichten hätten keine Bedeutung ohne die Anwesenheit des Zuschauers, der sich im Schatten versteckt, um unentdeckt das Geschehen der Szene zu betrachten. Auf diese Weise nimmt er die Rolle des Voyeurs ein, der etwas betrachtet, was er nicht betrachten sollte, der in das ganz private Leben der Protagonisten eindringt. Und das ist für einen Künstler nicht einfach zu erreichen.

Mauro Fariñas' Fotografien enthalten viele komplexe Elemente, die mit großer Professionalität und Beherrschung des Handwerks in Einklang stehen. Seine öffentliche Anerkennung garantiert die Qualität dieses Künstlers. Aber sein Hauptziel ist es, den Betrachter zu überraschen, ohne die Komplexität seiner Arbeit zu bemerken. Was er erreichen möchte, ist eine beiläufige Erscheinung in seinen Werken, ein von der Kamera heimlich eingefangener Moment, eine Szene, in der jeder von uns, an jedem beliebigen Tag, die Hauptrolle spielen könnte. Nichts weiter von der Realität entfernt!

Ich lade Sie ein, in das fantasievolle Universum dieses sehr originellen Fotografen einzutreten und in jedem seiner Werke all die Geheimnisse zu entdecken, die sie enthalten

Text: Carmen González-Borràs

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