Magazin - Carlos Albert. Juli 2020

CAAL-magazin3
2Whitagram-Image

Wenn Stahl lebendig wird. Carlos Albert in der Galerie 100 Kubik

Die Journalistin Heidrun Wirth schildert ihre Eindrücke während ihres Besuchs der Ausstellung Raum und Farbe des Bildhauers Carlos Albert. Der Artikel wurde am 27. Juni 2020 in der "Kölnischen Rundschau" veröffentlicht. Wir hielten es für angebracht, ihn als Schlusspunkt der Ausstellung auch in unserer MAGAZIN zu zeigen.

Die Kleinskulpturen von Carlos Albert, die da in leuchtenden Farben bisher im Fenster der Galerie 100 Kubik standen, haben den Besuchern und Nachbarn in der Mohrenstraße einige frohe Momente in der coronatrüben Zeit gebracht. Doch nun kann Inhaberin Carmen González-Borrás Kunden und Interessenten die Arbeiten wieder „hautnah“ präsentieren.

Der 1978 in Madrid geborene Künstler Carlos Albert stellt seine abstrakten Skulpturen aus Eisen oder Cortenstahl seit 2013 in regelmäßigen Abständen in der spanischen Galerie aus. Doch diesmal haben die aus kantigen Eisenstäben bestehenden hart geschmiedeten Werke Farbe angenommen, leuchten weithin und wirken heiter und leicht. Die Erinnerung an Chillida liegt in der sichtbaren Schmiedekraft und dem eingefangenen Volumen der Greifarme in den gerundeten oder geknickten Formen. Jetzt kommt eine weichere, fast fröhliche Note hinzu, die geradezu an Miró erinnert.




Albert hat seine Skulpturen in Farbe getaucht. So ist ein buntes Raumspiel entstanden, das in den leichten Aquarellen und Collages, die ungerahmt an der Wand befestigt sind, noch weitergeführt wird.

Eine schwarze Skulptur steht dazwischen. Betrachtet man sie genau, werden die Eingriffe der Schmiedezange in leicht eingedruckten Ansätzen sichtbar. „Carlos Albert ist eben eine Generation weiter als Chillida“ sagt die Galeristin. Die handwerklichen Spuren und diese kleinen Unstimmigkeiten unterstreichen die Lebendigkeit des Werkes, so dass der Arbeitsprozess ablesbar bleibt. Geheimnisvoll ist auch die Farbe, gerade auf der schwarzen Skulptur, denn sie wurde an den Rändern solange abgeschmirgelt, bis hauchfeine rötliche Konturen hervortraten.

CAAL203
WEB-Entereza



Der eine Generation später geborene Carlos Albert wurde auch geprägt durch den baskischen Künstler und Philosophen Jorge Oteiza (1908-2003). Der sucht in seinen Skulpturen dynamische Formen, die übrig bleiben, wenn die Masse langsam reduziert wird und sich Zwischenräume, Löcher und Durchblicke in den Raum hinein erweitern. Solche luftige Leichtigkeit ist in dieser Ausstellung mit dem Titel „Raum und Farbe“ durchaus zu finden.


Autorin: Dr. Heidrun Wirth

WEB-Delusion

Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

Mehr Infos hier

Ich stimme zu