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JUNI 15, 2021. DIE ROLLE DES KÜNSTLERS: DIE WAHRNEHMUNG DER GESCHICHTE ZU VERBESSERN

Liebe Freunde der Galerie, 

ich habe große Bewunderung für Diego Velázquez (1599-1660), der für mich der größte Maler in der Geschichte Spaniens ist. Er war Hofmaler und Kammerherr, d.h. er malte Philipp IV. und seine Familie, hatte die Ehre für die "Dekoration" der Gemächer und die Schlüssel des Palastes zuständig zu sein, um täglich alle Türen zu öffnen und zu schließen. Er malte Bilder, die in die Architektur der Paläste integriert wurden, um ihnen einen königlichen Charakter zu verleihen. Wenn es einen Friedensvertrag oder einen Akt gab, bei dem der König an einem anderen Ort ein Dokument unterzeichnen musste, war er für die Vorhänge und Teppiche zuständig, um die Szene zu gestalten. Eine Art Art-Director seiner Zeit. Er war schlecht bezahlt, da es ganze Monate gab, in denen er sein Gehalt nicht bekam, weil die Kassen des Königs leer waren. Er kaufte auch Kunstwerke in Italien für das Königshaus, so dass viele exquisite Gemälde im Prado auf Velázquez' guten Geschmack und sein Wissen zurückzuführen sind.  

Der Künstler malte einfache Leute wie Könige und Monarchen wie gewöhnliche Menschen. Er interessierte sich für die Personen und ihre Emotionen und präsentierte alle seine Modelle mit der größten Würde. Auf diese Weise reflektierte er die Gesellschaft und unterschied sich von den meisten Malern seiner Zeit, die nur den Adel porträtierten. Auch seine Liebe zu Tieren kam zum Ausdruck, insbesondere zu Hunden und Pferden, die in den vertrautesten Posen detailliert dargestellt sind. Seine Farben waren von einer unvergleichlichen Leuchtkraft und seine Zeichnung von großer Vollkommenheit.  

Es gibt eine Geste, die die Menschlichkeit hervorhebt, die Velázquez übermittelt hat und die wir sehr gut in dem Gemälde Die Übergabe von Breda sehen können, das den Moment nachstellt, der sich am 5. Juni 1625 ereignete. Auf dem fast 10 Jahre später gemalten Bild kapituliert Justin von Nassau, Gouverneur von Breda, vor dem spanischen Heer in Flandern unter dem Kommando des Genuesen Ambrosio de Spinola, einem großen Strategen, der die Stadt bereits seit 9 Monaten belagert hatte. Obwohl der Akt in einem großen Zelt stattfand, verlegt Velázquez ihn nach draußen, um die Landschaft und das Tageslicht einzubeziehen. Als der Gouverneur sich hinknien will, um Spinola die Stadtschlüssel zu übergeben (was die übliche Geste des Besiegten war), hält ihn dieser auf, indem er ihm die Hand auf die Schulter legt, damit er sich nicht vor dem Sieger erniedrigen muss und so bleibt Nassau in dieser leicht gebeugten Haltung. Das liegt jedoch nicht daran, dass Spinola so freundlich war, sondern dass der Künstler auf subjektive Weise über den Ausdruck seiner Figuren entscheidet. Das bestätigt auch ein anderes Gemälde, Die Belagerung von Jülich, gemalt von dem Spanier Jusepe Leonardo, welches dasselbe Thema behandelt: Hier erscheint Frederico Pithan, der Gouverneur der Stadt Jülich, kniend vor einem Spinola, der nicht einmal vom Pferd steigt.  

Manchmal wird so durch das Eingreifen des Künstlers die Wahrnehmung der Geschichte für immer verbessert. Herzliche Grüße und besuchen Sie uns in der Galerie.

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JUNI 8, 2021. IN FORMEN DENKEN: DAS DREIECK

Liebe Freunde der Galerie, 

das Dreieck wird durch zwei diagonale Linien gebildet, die sich, ausgehend von einer horizontalen Basis, in einem Punkt treffen. Seit dem Altertum war es ein sehr wichtiges Symbol, das mit der 3, der mystischen und Weisheitszahl, in Verbindung steht. In verschiedenen Religionen wie im alten Ägypten, im Hinduismus, Buddhismus und Katholizismus symbolisiert es die Vereinigung dreier Götter oder die Dreifaltigkeit. Im Judentum werden zwei Dreiecke übereinandergelegt, um den Davidstern zu bilden. In der Architektur ist es die stabilste Form und deshalb wurde es für die großen Pyramidenbauten in Ägypten und Mittelamerika verwendet. 

Das Dreieck ist die Grundlage der Geometrie, es symbolisiert in der Mathematik die Subtraktion und ist für die Trigonometrie unerlässlich. Es kann auch ein Musikinstrument, eine Liebesbeziehung oder eine kleine Sternenkonstellation sein. Wenn es mit der Spitze nach oben dargestellt wird, symbolisiert es in vielen Kulturen die Sonne, das Feuer oder das Männliche, nach unten dagegen den Mond, das Wasser und das Weibliche. (Vergessen Sie dies nicht, wenn Sie nach Griechenland reisen, um zu wissen, welches Ihr WC ist). Zeigt es nach rechts, haben wir das Play-Symbol und wenn es aus drei Pfeilen besteht, das für Recycling. Im Verkehr bedeutet es Gefahr und für Hipster ist es ihr Lieblingstattoo. 

Das Dreieck ist die Basis des "Goldenen Schnitts", der auch als göttliche Proportion bezeichnet wird, die Leonardo da Vinci in La Gioconda und bei Der Vitruvianische Mensch, Diego Velázquez in Las Meninas oder Salvador Dalí in seiner Leda Atómica verwendet haben. Andere Werke haben eine dreieckige Komposition wie La Pietà von Michelangelo, Die Geburt der Venus von Sandro Botticelli oder Das Milchmädchen von Bordeaux von Francisco de Goya, um drei einfache Beispiele zu nennen. Es ist sehr präsent in den Arbeiten der geometrischen Künstler, und unter den aktuellen widmet Matías Krahn seine Arbeit dem Forschen mit der Symbolik von Formen und Farben. 

Herzliche Grüße und besuchen Sie uns in der Galerie.

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JUNI 1, 2021. PAUSEN SIND SINNVOLL UND BIETEN DIE MÖGLICHKEIT FÜR EINEN NEUANFANG

Liebe Freunde der Galerie,

endlich sind wir nicht nur unter 100 bei den Neuinfektionen, sondern sogar schnell auf etwa 50 gesunken. Wir können uns alle freuen, denn wir haben getan, was zu tun war, und haben die Regeln eingehalten. Vielleicht hat das Wissen, dass die Intensivstationen der Krankenhäuser überfüllt waren, einigen Menschen geholfen, sich besser zu verhalten. Oder vielleicht waren der nahende Sommer und ein möglicher Urlaub der Grund. Außerdem werden die Impfungen bald ihre Wirkung zeigen und wir können wieder soziale Kontakte haben und in Restaurants, Kinos und Theater gehen.

Wir haben die Galerie geöffnet und Sie können spontan kommen, denn bis zu fünf Personen können gleichzeitig die Ausstellung von Lídia Masllorens besuchen. Und natürlich ermuntere ich Sie, nicht nur in die Galerie 100 Kubik zu kommen, sondern in alle Galerien, denn wir wollen unsere Kunden und Freunde treffen. Wir möchten ihnen die Details unserer Ausstellungen erklären, sie bei der Entdeckung der Werke begleiten und sie dazu bringen, sich in unsere Künstler zu verlieben. Geht raus aus Euren Häusern und werdet aktiv, denn nach und nach werden wir die kulturelle Normalität zurückgewinnen und der Weg in die Galerien ist ein guter Anfang. Weg mit der Aufschieberitis und los geht's! 

Das letzte Jahr hat uns einige Dinge gelehrt: Jetzt wissen wir, was wir vermissen und was für jeden Einzelnen von uns wirklich wichtig ist. Diese Zeit der Entschleunigung hat uns gezeigt, dass Pausen sinnvoll sein können und dass ihr Ende wirklich einen neuen Anfang markieren wird. So wie die Pinsel der Künstlerin, die sich nach der Ruhepause von der Arbeit bereits auf das neue Gemälde vorbereiten, stehen wir vor der Gelegenheit, mit neuen Materialien zu bauen und mit ungewohnten Zutaten zu kochen.

Herzliche Grüße und bleiben Sie weiter gesund.

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MAI 11, 2021. IM INTERNET FINDE ICH ALLES, AUßER DAS, WONACH ICH NICHT SUCHE

Liebe Freunde der Galerie,

Wir waren uns schon länger sicher, dass das Buch als Objekt verschwinden würde, aber das ist es nicht. Die neueste Pisa-Studie zeigt, dass es viel besser ist, wenn manche Dinge so bleiben, wie sie immer waren. Die Pandemie hat viele Veränderungen mit sich gebracht und zwingt uns, mehr Stunden vor dem Computer zu verbringen, unserem Werkzeug für fast Alles: Einkaufen, Museen besuchen, Konzerte erleben oder Filme schauen. Auch Arbeitsmeetings werden per Videokonferenz abgehalten und wir sehen sogar Freunde und Familie durch den Bildschirm. Aber die Wahrheit ist, wir brauchen bald eine Pause.

Wir möchten lesen, ohne von bläulichem Licht geblendet zu werden. Wieder in Buchläden eintauchen, um Umschläge zu erforschen und ein Buch mitzunehmen, das wir nicht vorhergesehen hatten. Museen und Galerien besuchen, um lebendige Emotionen zu spüren und uns in ein Kunstwerk zu verlieben. Durch die Innenstadt schlendern, um Schaufenster zu sehen und die kleinen Läden betreten zu können, weil etwas unsere Aufmerksamkeit erregt hat. Die reale Welt bietet uns genau das, etwas zu finden, wonach wir gar nicht suchen: Liebe auf den ersten Blick. Etwas, von dem wir uns nie vorstellen konnten, Teil unseres Lebens zu werden. Dieser Moment ist unwiederholbar, er wird als „Erlebnis“ bezeichnet und ist durch eine körperliche Verbindung gekennzeichnet, die zugleich unerklärlich ist. Ich möchte keine leeren Städte sehen ohne Schaufenster, die mich anziehen und überraschen. Ich möchte nicht von einem gestressten Menschen Pakete vor meine Tür gestellt bekommen, der noch nicht einmal Zeit hat, mit mir einen Blick zu wechseln. Ich möchte mein Essen nicht in Bergen von Plastik erhalten, sondern an einem Ort unter ähnlichen Wesen sitzen, die synchronisierte Bewegungen machen, als ob wir Teil eines Orchesters wären.

Ich wünsche mir, dass das alles bald vorbei ist, wie jeder andere auch, aber ich möchte, dass einige Dinge so bleiben, wie sie vorher waren, denn in dieser virtuellen Welt finde ich nur das, was ich suche… Und ich erinnere mich an Picassos Worte: "Ich suche nicht, ich finde".

Herzliche Grüße und zögern Sie nicht, sich impfen zu lassen.

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MAI 4, 2021. IN FORMEN DENKEN: DAS KREUZ 

Liebe Freunde der Galerie,

Das Kreuz ist ein universelles Symbol und in vielen primitiven Kulturen vorhanden, um die vier Himmelsrichtungen oder die Vereinigung der Konzepte der Göttlichkeit (die Vertikale) und der Menschheit (horizontal) darzustellen.  Das Kreuz ermöglicht die Angabe einer räumlichen Position, die genauer ist als ein Punkt.  In römischen Ziffern wird die Zahl 10 mit X geschrieben. Im lateinischen Alphabet sind der Buchstabe X und die Kleinbuchstabenform von t Kreuze. So auch das Plus- (+) und das Multiplikationszeichen (x) und viele andere mathematische Symbole. In Indien, dem alten Ägypten, China, bei den Prä-Inka-Kulturen, den Azteken und für die keltische Welt war es ein wichtiges Symbol. 

Aber das Christentum eignete sich das Symbol an, indem es ihm eine große Bedeutung gab und es mit dem Leiden und dem Tod durch die Kreuzigung Christi in Verbindung brachte. Kirchen haben einen Kreuzgrundriss, wie der Kölner Dom. Es ist auch in vielen Flaggen, besonders in den skandinavischen Ländern, in der Heraldik und in militärischen und zivilen Auszeichnungen zu finden. Kreuz und Kreis können kombiniert werden. Ein Kreuz innerhalb eines Kreises ist das Sonnenkreuz oder Radkreuz, das  bis zur Bronzezeit verwendet wurde und mit der Sonne und den Zyklen von Tag und Nacht sowie den Jahreszeiten in Verbindung gebracht wird. Wenn der Kreis oben platziert ist, ist es das Symbol der Venus, und in der Biologie bezieht es sich auf das weibliche Geschlecht, was von der feministischen Bewegung übernommen wurde. Wenn das Kreuz über dem Kreis steht, ist es das Symbol der Erde und der Kirche. Es gibt sehr viele Arten von Kreuzen, aber das rote Kreuz auf weißem Grund wird mit der Medizin assoziiert und markiert neutrale Zonen in Kriegsgebieten. 

Antoni Tàpies und Joseph Beuys verwendeten es in ihren Werken sehr häufig als Symbol für das Leben, den Tod oder die Sexualität, aber nie in Verbindung mit Religion. Andere Künstler wie Malevitch, Franz Kline und Mondrian haben häufig davon Gebrauch gemacht. Und Paul Klee brachte es seinen Bauhaus-Studenten als individuelles Muster bei, das er selber in seinen floralen Motiven verwendete. Auch ist es ein Kreuz mit der Pandemie und wir alle hoffen, dass sie bald endet. 

Herzliche Grüße und bleiben Sie bitte gesund. 

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APRIL 27,2021. IN FORMEN DENKEN: DER KREIS

Liebe Freunde der Galerie, 

der Kreis ist das Symbol der Sonne und repräsentiert oft den Himmel, Vollkommenheit und Ewigkeit. Der Umfang ist der Rand des Kreises und in Bewegung stellt er die Zeit dar, die in verschiedenen Kulturen als Drachen, Schlangen und Fische, die sich in den Schwanz beißen, gesehen werden. Das Zentrum des Kreises ist der Ursprung, der Ort, von dem alles ausgeht.

Der Körper des Kreises ist die Kugel, wie die Atome und Elektronen in unserem Körper, ebenso wie der Planet, den wir bewohnen, und alle unsere Nachbarplaneten. Rund sind die Himmelsscheibe von Nebra, die Tafel von Artus Rittern, das Yin-Yang-Symbol, die Polarkreise, die Heiligenscheine und dieses Rundschreiben. Versammlungen von Menschen können Freundeskreise sein. Für die Wirtschaft ist es die Idealform (Kreislaufwirtschaft) und Dave Eggers verwandelt "The Circle" in einen Roman, gespielt im Film von Tom Hanks.

Der Kreis ist in der Symbolik aller Kulturen präsent. Viele religiöse Darstellungen basieren auf dieser Form (der Leib Christi in der Eucharistie), aber auch populäre Tänze wie die katalanische Sardana oder die Bewegung der Derwische. In der Architektur ist er seit prähistorischen Zeiten präsent (Cromlech von Stonehenge), bis hin zu den bedeutenden Fensterrosen an den Fassaden gotischer Kathedralen. Wegen ihrer Schutzwirkung waren mittelalterliche Stadtmauern kreisförmig und es ist leicht vorstellbar, dass Ringe, Halsketten und Gürtel als Talismane dienten. Noch immer versprechen sich Paare mit ihren Ringen ewige Liebe. 

In der Kunst entstanden ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. die Tondos oder runden Darstellungen. Die Griechen verwendeten sie in ihrer schwarzen Keramik und die Römer in plastischen Reliefs im "Imago clipeata". Aber erst in der Renaissance, mit Boticelli und Michelangelo, kommen die Tondos in Mode und wir finden sie in Gemälden, Skulpturen, in Della Robias Keramiken und als architektonische Elemente. Wassily Kandinsky beschäftigt sich mit den Emotionen, die der Kreis hervorruft, Salvador Victoria widmet ihm 25 Jahre seines Lebens, Victor Vasarely und Eusebio Sempere setzen ihn mit ihrer kinetischen Kunst in Bewegung und Damien Hirst macht richtig Geld damit.

Hoffentlich kommen wir bald aus den hohen Infektionszahlen heraus, denn diese Situation wird immer mehr zu einem Teufelskreis.  

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

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APRIL 20,2021. EIN GRUND ZU FEIERN!

Liebe Freunde der Galerie,
es scheint unglaublich, dass gestern schon 14 Jahre vergangen sind seit der ersten Ausstellung in den genau 100 Kubikmetern der Brüsseler Straße, oder in "der Pralinenschachtel", wie meine Künstler die kleine Galerie getauft hatten, in der wir ihre Arbeiten mit viel Leidenschaft zeigten. Eine Galerie zu eröffnen war keine von langer Hand geplante Entscheidung, sondern eine Konsequenz aus meinem Werdegang und der Wahl, in diesem Land arbeiten zu wollen. Wenn ich über irgendetwas ein wenig Bescheid wusste, dann über spanische Kunst und Künstler. Ich war Dozentin gewesen, hatte als freie Kuratorin für einige Museen und Institutionen in Spanien gearbeitet und einige Bücher und noch mehr Artikel über Kunst veröffentlicht.  Kaum ein Jahr nach einer dieser Ausstellungen, genauer gesagt der von Alberto Hernández (der aktuelle Künstler in der Galerie) im Museum für Angewandte Kunst in Köln in Zusammenarbeit mit dem Nationalmuseum für Keramik in Valencia, hat alles damals angefangen. Das Foto ist von 2007, bei der Eröffnung der Galerie mit Arcadio Blasco, einem der einflussreichsten Künstler in meinem Leben, der 2013 von uns gegangen ist. 2012 zogen wir in die Mohrenstraße.

In 14 Jahren konnten Sie 92 Einzel- und Gruppenausstellungen spanischer und lateinamerikanischer Künstler sehen, sowie an Konzerten, interaktiven Gruppenführungen, Workshops und Vorträgen teilnehmen. Viele Künstler stellten bei uns zum ersten Mal in Deutschland aus. Es war nicht einfach, das Vertrauen von Ihnen, den Kunden, zu gewinnen, weil viele Künstler, obwohl in Ihrem Land schon berühmt, hier nicht so bekannt waren. Aber das war von Anfang an die Herausforderung: Sie mit ihrer Qualität zu überzeugen. Der Weg bis hierhin war immer bereichernd und manchmal langsam, und ich danke Ihnen für all Ihre Anregungen, Ermutigung und freundlichen Worte. Vor allem aber danke ich Ihnen, dass Sie mir erlauben weiter Geschichten zu erzählen!  

So erhebe ich auch aus der Ferne mein virtuelles Glas auf so viele schöne Momente, auf die Erfolge meiner Künstler (der letzte, der Erwerb eines großen Werkes von Juana González durch die bedeutende Collection Solo) und auf Sie alle, die sich an der Kunst erfreuen können und etwas glücklicher sind, seit Sie ein Werk aus der Galerie 100 Kubik erworben haben. 

Herzliche Grüße, bleiben Sie weiter gesund und feiern Sie die schönen Dinge des Lebens!

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APRIL 13, 2021. IN FORMEN DENKEN: DAS QUADRAT

Liebe Freunde der Galerie, 

das Quadrat, und in Ermangelung dessen das Rechteck, ist die vom Menschen am häufigsten verwendete Form. Wir sind von quadratischen Formen umgeben. In der Psychologie der Form hat es einen statischen und strengen Charakter. Es entspricht der Symbolik der Zahl 4 und ist der geometrische Ausdruck aller vierteiligen Einteilungen: die vier Elemente (Feuer, Luft, Erde, Wasser), die Jahreszeiten, die Mondphasen, die Lebensalter und vor allem die vier Himmelsrichtungen. Das Quadrat definiert auch ein Maß für eine Fläche (Quadratmeter) und in der Mathematik gibt es die Quadratwurzel. In der Musik hat die Quadratnote den Wert von zwei 4/4-Takten. Als kosmisches Symbol repräsentiert es die Erde im Gegensatz zum Kreis des Himmels. Sein Volumenkörper, der Würfel, wird ebenfalls mit dem Irdischen assoziiert.

Im alten China hatte der Palast des Kaisers vier Türen und er lebte, den Jahreszeiten folgend, in bestimmten Räumen in wechselnder Weise. Für die Hindus ist die Idee der Vollständigkeit mit der Zahl vier verbunden, was mit Platon übereinstimmt, für den die Vollständigkeit vier Winkel hat und auf vier Füßen ruht. Die Mesopotamier glaubten, dass die Form der Erde quadratisch sei und für den Islam war es die Form des Herzens. Viele der heiligen Räume der verschiedenen Religionen haben eine quadratische oder rechteckige Form. Im Buddhismus bezieht sich das Quadrat auf die Erleuchtung des Geistes und im Christentum auf ein rechtschaffenes Leben. 

Vor 106 Jahren malte Kasimir Malewitsch ein schwarzes Quadrat auf einen weißen quadratischen Hintergrund und revolutionierte damit die Malerei. Piet Mondrian, Josef Albers, Mark Rothko und fast alle Künstler der geometrischen Abstraktion wurden von ihr bewegt. Für Digitalkünstler hat es eine große Bedeutung und Gerhard Richter verwendete es für seine Glasfenster des Kölner Doms. In der lateinamerikanischen Kunst macht der Kubaner Waldo Balart sie zum Protagonisten eines Großteils seiner Arbeiten, in denen er mit der Wirkung von Farbe experimentiert. Umgangssprachlich bezeichnen die Spanier die Deutschen als Quadratköpfe, weil sie Ordnung und Stabilität lieben, aber auch, in einem weniger positiven Sinne, nicht sehr improvisationsfreudig sind. 

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

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APRIL 6, 2021. ES GIBT BILDER, DIE WEH TUN

Liebe Freunde der Galerie, 

muss Kunst Bilder schaffen, die weh tun? Normalerweise ist die Kunst dafür zuständig, uns zum Denken einzuladen, oder sie übernimmt die Rolle zu suggerieren, überraschen, anreizen, erinnern, prophezeien, heilen, andeuten, versüßen oder Zeugnis abzulegen. Ihre aktuelle Aufgabe ist es nicht, Gewalt direkt zu zeigen, dafür gibt es das reale Leben und die Medien. Aber in der Kunstgeschichte kennen wir Munchs Schrei, Picassos Guernica, Bacons Figuren, Goyas Kriegsdesaster, Boschs Garten, Rubens' Massaker an den Unschuldigen, Christi Kreuzigungen oder die Martyrien von Heiligen von so vielen Künstlern, die diese als Realität dargestellt haben. In vielen Fällen waren sie Übersetzungen der biblischen Geschichten in Bilder, damit die Menschen sie verstehen und sich vorstellen konnten, mit unterschiedlichen Zwecken, aber immer auf der Suche nach einer Reaktion der Zuschauer. 

Für mich ist die Künstlerin, die den Schmerz am besten erzählt hat, die Mexikanerin Frida Kahlo, gerade weil sie sehr genau wusste, wovon sie sprach. Ihre Bilder haben nicht die Größe einiger der oben genannten Gemälde. Dieses Werk mit dem Namen "Die zerbrochene Säule" misst kaum 40x30 cm und reicht aus, um den Schmerz dieser Frau zu übermitteln, die keine 50 Jahre alt wurde. Sie hat uns gelehrt, dass Kunst authentisch und großartig sein kann, auch wenn sie aus dem Persönlichsten heraus ausgedrückt wird, und zwar ohne Geschrei oder Theatralik. Das Bild wurde 1944 gemalt, befindet sich im Dolores Olmedo Museum in Mexiko-Stadt und stellt die Künstlerin vor einem Gioconda Hintergrund und voller Nägel dar, mit einer an mehreren Stellen gebrochenen ionischen Wirbelsäule. Sie hat Tränen in den Augen, aber ohne jeden Ausdruck von Schmerz, eher mit der Würde der Akzeptanz von jemandem, der kein Held ist. Und doch spüren wir ihr Leiden mehr, als wenn sie die Mimik von Munchs oder Bacons Figuren übernommen hätte. Die Künstlerin stellt das Unerträgliche so dar, als könne man es ertragen. Ihr Schrei ist stumm und deshalb umso klangvoller, aber da es so ein kleines Bild ist, können wir ihn noch hören?  

Viele von uns zeigen in diesem Moment einen ähnlichen Ausdruck und versuchen so, die Situation, an die wir alle uns anpassen müssen, zu ertragen. Muss die Senkung der Pandemiezahlen davon abhängen, dass Einige geopfert werden, zum Beispiel kleine Geschäfte, während Andere in den Urlaub fliegen? Ist eine gerechtere Verteilung der Verantwortung wirklich nicht möglich? Wenn diese Ungleichheiten auftreten, gibt es Bilder, die weh tun. 

Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

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